RTS Blog - Neues vom Seminar

1. Dezember 2015AllgemeinRTS

RundbriefVerehrte Freunde und Förderer des RTS,

in der Zeit vor der Kreuzigung, als Jesus in dieser Welt wirkte, hatten die meisten Juden Er- wartungen an das Reich Gottes, ganz bestimmte sogar. Sie verbanden das Kommen des Gottesreiches vor allem mit einer wahrnehmbaren Größe, mit dem Triumph über alle Gott- losigkeit. An erster Stelle stand da sicher der Sieg über die verhasste römische Besat- zungsmacht. Viele erwarteten, dass der Messias mit Macht und Herrlichkeit in Jerusalem einziehen und die Römer aus dem Land vertreiben würde. Doch nun war alles anders. Zwischen Erwartung und Wirklichkeit klaffte eine deutliche Lücke. Der Messias war gekommen. Er wurde von Johannes angekündigt und als der er- wartete Retter offenbart (vgl. Joh. 1,29). Aber er kam ohne die erhoffte wahrnehmbare Macht. Inzwischen wurde derselbe Johannes ins Gefängnis gesteckt. Da kamen Zweifel auf, die Johannes dazu brachten, einige seiner Jünger zu Jesus zu senden und zu fragen: „Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Die Antwort des Gottessohnes macht zweierlei deutlich: Das Reich Gottes ist tatsächlich gekommen, aber eben anders als von den meisten erwartet. Mit seinem Zitat aus Jesaja 61 bestätigte Jesus noch einmal, dass die machtvolle, für alle Menschen sichtbare Errichtung dieses Reiches, der Sieg über die Römer, über alle Gottlosigkeit – dass all dies sich nicht unmittelbar verwirklichte. Johannes musste sich mit dem Verweis auf die erfüllten Zeichen des Messias als Erfüllung der prophetischen Verheißung (Jes. 61,1ff.) zufriedengeben. We- der Johannes noch andere durften am Werk Gottes und an Christus selbst (ver-)zweifeln.

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